Pia Piaggio erkundet Smeet


Pir Piaggio erkundet Smeet

Heute soll es darum gehen, Pia Piaggios Kenntnisse des Metaversums zu erweiteren. Ich melde sie kurzerhand bei Smeet an, einer Web3D Community, die Fachleuten zufolge keine echte 3D-Welt ist, da man sich via Browser einloggt und ein auf Flash basierendes virtuelles Ambiente betritt.

Smeet begann 2007 als 3D-Chat mit Fokus auf junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren. Wer sich kostenlos anmeldet, erhält einen eigenen Raum und einen Avatar nebst einiger Ausstattung an Kleidung sowie einiger Coins, der Währung in Smeet. Besucht werden können verschiedene Räume um zum Beispiel gemeinsam Karaoke oder Quiz zu spielen, Filme oder YouTube Videos anzuschauen, Minigames im Kollektiv zu spielen oder sogar um über die BRAVO Job Attacke einen Ausbildungsplatz zu ergattern.

Ein Blick in das Archiv von Virtual World Info dokumentiert diverse Aktivitäten, die bisher bei Smeet initiiert wurden. Der Geschäftsführer und Marketingleiter Sebastian Funke holte zahlreiche Partner wie zum Beispiel RTL, Big Brother und die Universal Studios mit ins Boot, um den jungen Leuten bei Smeet eine zeitgemäße Antwort auf eventuelle Eintönigkeit und Langeweile im realen Alltag zu geben. Gleichzeitig soll Smeet das soziale Networking verbessern und in diesem Sinne ermöglicht es den Mitgliedern zum Beispiel zu bestimmten Tageszeiten kostenloses Telefonieren.

Erst neulich hat Smeet seitens der Betreiber ein komplettes Facelifting erhalten und ist nun „frischer und lebendiger“ geworden. Außerdem wurde ein Levelsystem eingeführt, in welchem die User um Punkte gegeneinander antreten und Fame-Points sammeln können. Der Schwerpunkt hat sich vom Chat auf das Social Gaming verschoben, wie der Smeet Gründer Sebastian Funke es formuliert. Eine konkrete Idee, was dies bedeutet, habe ich offen gestanden nicht. Vielleicht bin ich ja schon zu alt, um diesen abstrakten Begriff deuten zu können. Nun ja, zum Glück ist die Pia noch eine junge, knackige Avin von holden zweieinhalb Jahren. Sie wird das alles schon begreifen.
„Ja, das ist doch ganz einfach. Es geht eben nicht mehr nur darum, was du sagst oder chattest, sondern in Smeet zählt, wie du spielst beziehungsweise wie du dich innerhalb der virtuellen Runde aufspielst. Und genau dafür, damit das quasi eindeutig ist, gibt’s jetzt dieses Levelsystem mit den Fame Points.“ Na super. Genau das brauchen wir wohl. Aber egal, mich interessiert diese Jobattacke. Im Hinblick auf die unverantwortlich vielen arbeitslosen Jugendlichen will ich wissen, was es damit auf sich hat.


Pir Piaggio erkundet Smeet

In einem sehr einfachen Prozess melde ich Pia Piaggio an. Hinterlassen muss ich meine E-Mail-Adresse und mein Geburtsdatum. Über eine Bestätigungsmail kann ich mich einloggen. Große Auswahl gibt es beim Erstellen meines Avatars nicht. Weiblich oder männlich, das ist alles, was ich diesbezüglich zunächst entscheiden kann.


Pir Piaggio erkundet Smeet

Dann erscheint Pia automatisch in der 18+Welt von Smeet auf dem Marktplatz Nummer 3. Noch bevor ich sie ausmachen kann, springt ein Popup-Fenster auf, über das sie sich direkt die ersten Fame Points verdienen kann. Geschenkt bekommen hat sie 25 Coins, die oben rechts im Fenster blinken. Eine Weile brauche ich, um zu entdecken, wie ich die Pia bewegen kann. Das funktioniert nicht über die Cursortasten sondern mit Klick der linken Maustaste auf die gewünschte Stelle.


Pir Piaggio erkundet Smeet

Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist es, keine Kamerafunktion zur Verfügung zu haben. Auf Gedeih und Verderb bin ich auf das angewiesen, was mir der Bildschirm zeigt – nicht mehr, nicht weniger. Endlich kann ich die Pia in Dreiviertelhosen, Herz-T-Shirt und Turnschuhen ausmachen. Blond ist sie und blutjung.


Pir Piaggio erkundet Smeet

Mit einem Mausklick öffnet sich ihr Profil und – entsetzlich – da steht: „43 Jahre alt, weiblich, Spanien“. Eiderdaus, muss das denn wirklich jeder wissen? Daneben erscheint Pia Piaggio im Vollbild und sie ist mir so fremd, dass ich irgendwie keinen rechten Kontakt zu ihr aufbauen kann.


Pir Piaggio erkundet Smeet

Also versuche ich sie zu stylen. Über das Herumklicken und Ausprobieren habe ich schon einige Fame Points erworben. Allerdings braucht es zum Bezahlen echte Coins und davon hat Pia nur 25. Die ihr mitgegebene Ausstattung ist mehr als dürftig – gerade das, was sie auf dem Avatarleib trägt. Alles weitere kostet Coins.


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Auch der ihr geschenkte Raum mutet etwas spartanisch und altmodisch an mit der Plastikdecke auf dem Esstisch und nur einem einzigen Stuhl. Immerhin gibt es standardmäßig eine Glotze, da kann die Langeweile ja gar nicht mörderisch werden.


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Alle weiteren und farbenfrohen Einrichtungsgegenstände sind mit harten Coins zu erwerben. Anders als in Pias bisher gewohnten Welten gibt es hier kaum etwas geschenkt und eigener Content lässt sich leider auch nicht generieren.


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Diese begehrten Coin-Taler kann man auf mehreren Wegen beziehen. Oder anders herum: Smeet offeriert alle gängigen Möglichkeiten um schnell und sicher an das Taschengeld der Besucher zu kommen. Je nachdem mit welchem Zahlungsmedium man wie viele Coins man erwirbt, entsprechen zwei Coins etwa 3 Cent. Es müssen mindestens 100 Coins gekauft werden, die Angebote sind in Pakete gestaffelt. In Anbetracht der mageren Gratisausstattung und der relativ saftigen Preise kann davon ausgegangen werden, dass jedes Mitglied mindestens ein Mal Coins erwirbt. Pia Piaggio überschlägt diese Angaben kurz und mutmaßt dann: „Wow, wenn das so stimmt, dann macht Smeet bei derzeit 2,5 Millionen Usern sicherlich ganz nette Umsätze.“


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„Aber was genau soll denn jetzt hier abgehen?“, will Pia wissen. Tja, aus den ehemals 18 Räumen, mit denen Smeet startete, sind nun sieben Welten geworden. Momentan befindet sich Pia in Deine Welt, dort, wo alle User einen Raum haben und sich gegenseitig besuchen können.


Pir Piaggio erkundet Smeet

Gleich nebendran liegt die Star Welt, die verspricht: „Sei deinen Stars so nah wie nie zuvor“ und mit Namen wie La Fee oder RANIA aufwartet.


Pir Piaggio erkundet Smeet

Außerdem gibt es den Music Corner unter dem Motto „Chill mit Freunden zu cooler Musik“. Im Angebot sind fünf Räume mit unterschiedlichen Musikrichtungen. Pia Piaggio zieht es in den Techno Bunker, und als endlich alles hochgeladen ist, stürzt mein armer Rechner übel ab. Nichts geht mehr und ich muss ihn per Stromentzug runterfahren.


Pir Piaggio erkundet Smeet

Wieder eingeloggt und bewaffnet mit einem starken Kaffee konzentriere ich mich auf meine wahre Aufgabe, die Welt des Teen Hangout zu erforschen und die Jobattacke von BRAVO zu erkunden. Aber Essig, denn in diese Welt hat Pia Piaggio keinen Zugang. Sie ist nur für Besucher unter 18 Jahren und da liege ich ja locker doppelt drüber. „Hättest du mal geflunkert“, rät Pia, aber dann wäre ich respektive die Pia nicht in die 18+Welt reingekommen. Kein Vorteil ohne Nachteil also.


Pir Piaggio erkundet Smeet

In der 18+Welt gibt es immerhin Bars, Lifestyle und Kinos. Auf einer virtuellen Leinwand können Filme aus YouTube angeschaut werden. „Kollektives Glotzen“, konstatiert Pia, „das ist ja auch im SL ziemlich hipp.“ Schön und gut, aber Sebastian Funke gegenüber hatte ich angedeutet, uns bei avameo würde es auch immer gern um den Lernfaktor hinter dem ganzen virtuellen Spaß gehen. Sie empfahl mir Teen Hangout, allerdings ohne mich auf jene gravierende Einschränkung hinzuweisen. Und auch Quizspiele, meinte sie, wären im Angebot.


Pir Piaggio erkundet Smeet

Also macht sich Pia Piaggio auf in die Games Welt. Im Quizstudio treiben sich etwa ein Dutzend Besucher herum und lösen fleißig die Aufgaben: Auf dem Wandmonitor erscheinen Worte mit fehlenden Buchstaben. Gefunden werden muss das richtige Wort, wobei es kein thematisches Leitmotiv gibt. Wer das richtige Wort richtig in den Chat schreibt, sammelt Fame Points. Pia setzt sich in eines der schicken weißen Ledersofas und schaut dem Treiben ein wenig zu. „Was die hier machen, ist vielleicht nicht gerade lehrreich, aber schon recht gesund. Gehirnjogging für junge Leute halt“, bemerkt sie nach einer Weile.
Mag sein. Ich jedenfalls fühle mich sehr viel zu alt für Smeet. Und ob ich meiner Nichte und meinem Neffen tatsächlich zum Einstieg in diese Welt raten sollte, das halte ich für durchaus fraglich. Just for fun vielleicht, aber was sie dort lernen könnten, das weiß ich wirklich nicht. Aber gut, darum muss es ja auch nicht immerfort gehen.

Weblink zur Homepage von Smeet

Kommentare

  1. Nikon2k says:

    smeet find ich für eine flash 2D Avatar Chat gar nicht so schlecht.

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