Pia Piaggio im Goethe-Institut


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Im August 2011 feierte das Goethe-Institut in Second Life™ sein dreijähriges Jubiläum. Damals, als diese virtuelle Welt noch im Hype lebte, entschied sich das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland für eine dortige Präsenz. Diesen Schritt sah man als Erweiterung der inhaltlichen Arbeit an, also die deutsche Sprache und Kultur global zu vermitteln. Heute will ich mit Pia Piaggio mal schauen, was aus der virtuellen Repräsentanz geworden ist. Trägt die Sim zu den Zielen des Instituts bei oder dümpelt sie verlassen und traurig im Gridozean herum?


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Pia findet sich am Mittwochnachmittag dort ein. „Vom Konzept her sieht mir das hier aus, wie vor drei Jahren“, äußert sie mit Blick auf die Teleportmap. Stimmt. Und macht ja auch Sinn, denn die einzelnen Bereiche sind wohl komponiert angeordnet auf dieser Insel, die von der Struktur her das Logo des Goethe-Instituts darstellt.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Der Bereich Artist in Residence ist mittlerweile fertiggestellt. Auf dem luftigen Plateau über der Sim ist die virtuelle Nachstellung der 7000 Eichen von Joseph Beuys zu besichtigen.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Die Arbeit stammt von Eva und Franco Mattes und sie nennen es eine Synthetic Performance. „Sag mal, kenne ich diese Performance nicht irgendwoher?“, überlegt Pia. Aber klar, seinerzeit hatten wir sie beim Besuch von Odyssey besichtigt. Es handelt sich so gesehen um einen Klassiker.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Im Ausstellungsbereich der jungen Modefotografen scheint alles so geblieben zu sein, wie es bei der Eröffnung präsentiert wurde. Natürlich kann die Pia sich folgende Bemerkung nicht verkneifen: „Ein bisschen Abwechslung fände ich schon ok. Beide Ausstellungen könnte man mal ändern. Es gibt ja ach-so-viele Künstler!“ Ist wohl wahr, aber trotzdem schaue ich mir die Modefotos gerne noch mal an. Ja, fast bin ich froh, dass sie hier noch hängen, denn es sind wirklich verdammt gute Schüsse darunter.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Gewechselt hat allerdings das Thema der anderen Fotoausstellung. Statt der Tropen ist dort nun Die Umwelt in Bildern zu sehen. Entstanden ist diese Ausstellung aus einem Blog-Projekt im Web 2.0, an dem Künstler und Journalisten aus unterschiedlichen Kulturkreisen mitgewirkt haben. Eine Auslese der Fotos ist nun hier im Web 3D ausgestellt.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Pia betrachtet die Fotos, die vom Wunder der Natur bis hin zu turmhohen Umweltsünden allerlei Ansichten unserer gegenwärtigen Umwelt zeigen.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Neu ist der Bereich der Selbstlernspiele zum Thema Deutsch als Fremdsprache. Anhand einiger unterhaltsamer Spiele können Deutschlerner aus aller Welt und jederzeit ihre Kenntnisse testen oder aufpolieren.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Zum Beispiel das Thema Genus von Substantiven, bei dem ein Flugzeug zum Träger von Begriffen wird, denen man den entsprechenden Artikel zuordnen muss. Ganz unten auf der Rasenfläche werden die Zeit und das Ergebnis festgehalten.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Die Geografie Deutschlands ist Thema eines Puzzles. Rechts befindet sich die Landesgrenze, links die einzelnen Bundesländer, die innerhalb der Grenzen richtig angeordnet werden müssen. „Könntest du das so aus dem Effeff lösen?“, will Pia von mir wissen. Ähhmmm, naja, so ungefähr wahrscheinlich. Ich müsste wohl gebietsweise ein wenig ……puzzlen.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

In Sachen deutsche Sprache scheint sich auf der Sim des Goethe-Instituts einiges zu bewegen. Von April bis Juni fand ein kostenloser Deutschkurs statt. Progressiv aufgebaut vermittelte er an Lerner mit mittlerem Niveau die notwendige Grammatik sowie Fertigkeiten im Sprechen und beim Wortschatz.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Täglich ist der Deutsch-Lern-Treff im Angebot. Entweder um 7.00 oder 20.00 Uhr MEZ trifft man sich in lockerer Runde im Café und plaudert möglichst ungeniert. Mit dabei sind muttersprachliche Tutoren, die mit fundiertem Wissen zur Seite stehen, falls gewisse Sätze überhaupt nicht funktionieren wollen.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Jeden Mittwochnachmittag von 16.00 bis 17.00 wird zur Virtuellen Deutsch-Stunde eingeladen. Anders als beim täglichen Treff leitet sie ein(-e) DozentIn, wobei auch hier das Sprechen im Vordergrund steht. Allerdings gehören auch spezielle Trainings zum Unterrichtsangebot, das übrigens ebenfalls kostenlos ist. „Toll! Hier kann wirklich jeder Deutsch lernen“, folgert Pia scharfsinnig. „Aber meinst du, da kommt auch jemand hin?“, mutmaßt sie dann. Das werden wir jetzt mal eruieren. Denn in wenigen Minuten fängt die virtuelle Deutsch-Stunde an.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Via Teleport gelangt Pia auf die Plattform, wo sich der luftige Klassenraum befindet. Ein weiterer Avatar steht dort bereits in den Startlöchern zum wöchentlichen Deutschkurs.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Das Podium ist mit einem Display ausgestattet, auf dem eventuelle Vorlagen zum jeweiligen Thema gezeigt werden können.


Pia Piaggio im Goethe-Institut

Nach und nach trudeln Deutschlerner aus aller Welt ein: aus Hongkong, Russland, den USA und Rumänien. Gegen 16.15 Uhr fehlt eigentlich nur noch die Dozentin. Was jedoch kein Grund zum Warten ist. In Eigenregie beginnen die TeilnehmerInnen das Gespräch und finden schnell Themen, zu denen jeder etwas sagen kann. Ehe Pia sich versieht, steckt sie mitten in einer Unterhaltung, die über das Klima des jeweiligen Landes bis hin zum typischen Essen geht. Es ist schon weit über die Zeit, gegen 18.00Uhr, als es sich schließlich um aktuelle Helden der verschiedenen Nationen dreht. Und die Pia quatscht und quatscht, als würde es kein nächstes Mal geben. Irgendwie stimmt das auch, denn die virtuelle Deutsch-Stunde bildet ein lockeres Grüppchen, das sich selten bis nie aus den gleichen TeilnehmerInnen zusammensetzt. Als Fazit ergibt sich demnach, dass es dem Goethe-Institut gelungen ist, einen Anlaufpunkt in Second Life für deutsch interessierte Avatare aus aller Welt zu etablieren. Ein gutes Beispiel für ein Projekt, bei dem sich die Präsenz in virtuellen Welten zum Erreichen der Ziele durchaus förderlich auswirkt.

Landmarke Goethe-Institut in Second Life

Website Goethe-Institut Second Life

Kommentare

  1. Ein super Idee vom Goehte Institut und auch schön wenn sie zwischen durch doch ein wenig geändert haben. So kann man nur hoffen, dass es sich auch in der realen Welt auszahlt. Ich, persönlich, finde es wirklich sehr gut, dass sie in die virtuelle Welt gegangen sind.

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