Hinter dem Begriff Nanotechnologie verbirgt sich eine wundersame Welt von allerkleinsten Teilchen. Ein Nanometer entspricht dabei einem milliardstel Meter, um mal einen Eindruck von der Winzigkeit zu bekommen. Die Bedeutung verschiebt sich dabei von den Volumeneigenschaften hin zu den Oberflächeneigenschaften. Quantenphysikalische Effekte rücken in den Vordergrund.
„Weia Stephy, sei ehrlich: Du verstehst doch selbst nicht, was du da faselst“, unterstellt mir Pia Piaggio. Dabei habe ich einfach nur recht wissenschaftlich formuliert, was wir alle kennen. Beispielsweise den Effekt dieser formvollendeten Blume, hinter der die Pia steht.
Dank der winzigen Teilchen, mit denen ihre Oberfläche übersät ist, perlt das Regenwasser spurlos an ihr ab. Die Nanotechnologie macht dies für uns nutzbar, indem sie Beschichtungen bereitstellt, die zum Beispiel auf Fensterscheiben den gleichen Effekt entfalten. Im Verkaufsjargon der Hersteller nennt er sich Lotuseffekt.
Viele Produkte sind heutzutage mit nanotechnologischen Eigenschaften ausgestattet. Diverse Verbundmaterialien wie Lacke, Kunststoffe und sogar Kleiderstoffe ahmen Strukturen nach, wie sie in der Natur zu finden sind. Knochen und Muschelschalen gelten dabei als Vorbild, denn diese verdanken ihre enorme Stabilität allein dem Gefüge der Nanoteilchen, aus denen sie bestehen.
„Ist ja cool, die Natur als Vorbild zu nehmen“, findet Pia. „Daraus kann für den Menschen ganz sicher nur Gutes entstehen“, mutmaßt sie obendrein. Dass dies jedoch so nicht unbedingt stimmt, verdeutlichen uns die Versicherungsagenturen wie Allianz, indem sie die Risiken von Nanotechnologie nicht unbegrenzt versichern. Diese nämlich sind heute genauso wenig zu überschauen, wie seinerzeit zu Beginn des Atomzeitalters jene der Radioaktivität.
Das Problem ist nicht die Wirkung eines dieser Kleinstteilchen. Erst deren Anhäufung oder Anreicherung kann schädliche Folgen für unsere Gesundheit haben. Kritiker fordern daher eine viel genauere Erforschung und stärkere Kontrolle bei der Verwendung von Nanopartikeln.
Um die Erforschung kümmert sich unter anderen das Institut Catalá de Nanotecnologia (ICN), das seinen Sitz auf dem Campus der UBA (Universitat Autònoma
de Barcelona) hat und daneben eine virtuelle Dependance in Second Life™ unterhält.
Erwartungsgemäß bildet das Kernstück dieser SIM ein futuristisches Laboratorium, das durch seinen geheimnisvoll wirkenden Minimalismus geradezu besticht.
Kleinste Teilchen erfordern selbstverständlich auch nur kleinsten Raum und so finden etliche verschiedene Substanzen auf nur vier kurzen Einlageböden in einem schnieken Metallschrank Platz.
Einige merkwürdige Aggregate, die sicherlich randvoll mit modernster Forschungstechnologie stecken, reichen für die nanotechnologischen Versuchsreihen offenbar aus.
Winzigste Mengen werden mithilfe von Feinwaagen portioniert und hernach für das recht ordinär wirkende Mikroskop präpariert. „Ob man damit im quantenphysikalischen Bereich arbeiten kann, stelle ich infrage“, bemerkt Pia leicht schnippisch.
Wie auch immer, sämtliche Daten gehen in Tabellen, Diagramme und Simulationen ein, die von einem schicken Mac erfasst, ausgewertet und erstellt werden.
Mit Blick auf die verhältnismäßig große Zentrifuge meint Pia leicht enttäuscht: „Also, wenn du mir nicht erklärt hättest, was hier eigentlich abgeht, hätte ich über das Thema Nanotechnologie nichts erfahren.“ Ein ziemlich niederschmetterndes Resümee für eine virtuelle Location, die letztendlich eine Menge Geld verschlingt. Sparen muss das ICN offensichtlich nicht – und doch tut es dies bei der informativen Ausstattung seiner virtuellen Repräsentanz. Um dies ein wenig auszugleichen, hier noch ein informatives Video zum ICN, das man auch durchaus im SL via Shared Media zeigen könnte:
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