Das Gefühl zu haben, einen gemeinsamen virtuellen Raum ortsunabhängig zu teilen, war bisher nur mit virtuellen Welten möglich. Ein japanisches Unternehmen hat nun eine Video-Konfrenz-Technik entwickelt, die erstmals immersiven Charakter in das Video-Konfrenzgeschäft bringt. Der t-Room von NTT unterstützt zwar keine digitale Universalknetmasse wie in virtuellen 3D-Welten, er zeigt aber, wie wichtig die Vermittlung eines gemeinsamen Raumgefühl ist. Ziel des t-Rooms ist es, das Gefühl zu haben, im selben Raum präsent zu sein, obwohl man physisch an unterschiedlichen Orten verweilt.
Ich bin überzeugt, dass das “Scheitern” der Videokonferenztechnik eben genau diesen Aspekt betrifft – das gemeinsame Raumgefühl. Video-Konferenzen haben sich aufgrund ihres nichtimmersiven Charakters nicht wirklich durchgesetzt.
Der t-room ermöglicht es, dass das Videoabbild im gemeinsam geteiltem Raum eine relative Position zu einer physischen Person einnehmen kann. Videoabbild und physische Person sind allerdings nicht konkurrierend bzgl. ihrer Position in einem gleichzeitig gemeinsam geteilten Raum!
Anders verhält sich das in virtuellen Welten. Hier teilen sich zwei Avatare, die 3D-Abbilder des Menschen, einen virtuellen gemeinsam geteilten Raum. Hier ist der Raum begrenzt und damit die Position konkurrierend. Dass heißt, nur ein Avatar kann dieselbe Position gleichzeitig in dem gemeinsam geteilten Raum einnehmen.
Das Video-Abbild des t-Rooms wird über die Wände im Video-Konfrenzraum übertragen. Interessant ist tatsächlich, dass man Positionen zueinander beziehen kann. Man kann also das Gefühl erleben, ob jemand vor mir, neben mir oder seitlich Position bezieht. Das Bild wird allerdings nicht in den physikalischen Raum wie beim CNN-Interview als 3D-Hologramm hineinprojeziiert, sondern es handelt sich eher um eine Art 2D-Hologramm an der Wand. Der entscheidende Aspekt der konkurrierenden Position im Raum, wie wir es über Avatare in 3D-Welten kennen, kann nicht transportiert werden.
Wie wichtig die Stellung im Raum zueinander ist, zeigen die Wirkungen von Organisations- und Familienaufstellungen.
Insgesamt geht aber die Entwicklung in die richtige Richtung. Man hat erkannt, wie wichtig das teilen von Räumen ist.
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